Gutscheine ab 2019

Neue Fallen in der Umsatzsteuer!

Ein Buchhändler verkaufte einen Gutschein im Wert von 20 Euro, einzulösen in allen Filialen der Buchhandlung. Bisher war die Umsatzsteuerregelung bei der Ausgabe von Gutscheinen aber nicht genau definiert. Der Kunde, der den Gutschein gekauft hat, löste diesen bei einer anderen Filiale ein. Unklar war nun, wer die Umsatzsteuer berechnet.

Die Lösung: Einzweckgutscheine
Bei einem solchen Gutschein handelt es sich um einen Einzweckgutschein. Es ist klar definiert, an welchem Ort welche Art von Ware oder Dienstleistung erbracht wird. In diesem Fall wird die Umsatzsteuer dann bei Ausgabe des Gutscheins verrechnet. Der Buchhändler aus der ersten Filiale trug also die Umsatzsteuer für den Buchgutschein.

Nächstes Problem:
Nun verkaufte ein Einkaufszentrum Gutscheine, die allgemein in allen Läden im Einkaufszentrum eingelöst werden konnten. Ein Kunde kaufte einen Gutschein über 20 Euro und löste diesen in der Buchhandlung ein. Die Frage: „Trägt jetzt auch der Ausgeber des Gutscheins, also das Einkaufszentrum, die Umsatzsteuer?“

Die Lösung: Mehrzweckgutscheine
Ab dem 31.12.2018 jedenfalls nicht. Hier handelt es sich um einen sogenannten Mehrzweckgutschein. Die Ware oder Dienstleistung ist nicht klar definiert, genauso wenig der Ort, an dem der Gutschein eingelöst wird. Bei Mehrzweckgutscheinen wir die Mehrwertsteuer erst beim Zeitpunkt der Erbringung der Leistung erhoben. Der Buchhändler trägt also auch hier Umsatzsteuer. Das Einkaufszentrum erbringt allenfalls Vertriebs- oder Absatzförderungsleistungen.

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